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Die Wiener Party-Kuppler
In den vergangenen Jahren haben soziale Netzwerke im Internet einen enormen Zulauf erlebt. Kaum jemand kennt nicht zumindest eine Online-Community, von denen es neben Facebook, MeinVZ, StudiVZ oder Xing (früher: Open BC) unzählige mehr gibt. Die Internet-Plattformen mit Millionen registrierten Nutzern sind zu Unternehmen gewachsen, die aus dem Web 2.0 und der New Economy 2.0 nicht wegzudenken sind. Ehe die Netzwerke zu millionen- und milliardenschweren Betrieben hochgezogen sind, werden viele mit Private Equity – in der Frühphase mit Venture Capital – finanziert.In Wien ging vor einigen Wochen die Community headingforparty ans Netz. Befreundete Einzelkämpfer haben sich zusammengeschlossen, ein Netzwerk zu gründen, über das registrierte Nutzer weltweit Anschluss an Partys finden können. Auf den so genannten "PrePartys", die über die Plattform organisiert werden, treffen sich Unternehmenslustige, ehe es nach dem Warm up gemeinsam zum auserkorenen Fest geht. Die beiden Gründer Rainer Haberl und Paul Glantschnig verfolgen eine Vision, die sie wie folgt beschreiben: "Mit headingforparty soll man immer und in jeder Stadt der Welt mit offenen und gleichgesinnten Menschen Partys feiern und dabei auch noch nette, neue Leute kennenlernen können."
Im Interview mit dem Redaktions.Büro Berlin.Wien erklärt der Wiener Rainer Haberl die Hintergründe zu Gründungs-, Entwicklungs- und aktuellen Fragen.
Welche Kosten entstehen für die registrierten User?
Haberl: Die Registrierung auf headingforparty ist für unsere PartyPeople kostenlos und das soll auch künftig so bleiben.
Wie wird die Plattform finanziert?
Haberl: Derzeit werden alle Kosten für den Betrieb und Aufbau der Community durch Paul und mich privat getragen. Wir hatten zwar überlegt, ob wir versuchen sollen, einen Investor für headingforparty zu finden, haben uns aber schließlich entschlossen, dass wir solange wie möglich unabhängig von den Wünschen und Vorstellungen eines Investors agieren wollen. Wir hatten nämlich immer sehr genaue Vorstellungen davon, wofür headingforparty stehen soll bzw. welche Funktionen es bieten soll und da wollten wir vor allem in der Entwicklungsphase die volle Entscheidungsfreiheit haben.
Wenn man mich jetzt fragt, was in den mittlerweile über eineinhalb Jahren Projektarbeit unser größtes Investment war, dann sage ich: der gewaltige Zeitaufwand, den so ein Projekt mit sich bringt. Und auch wenn Paul und ich diesbezüglich sicher den größten Anteil geleistet haben, haben hier auch unsere fünf Teammitglieder mittlerweile sehr viel in das Projekt investiert, indem sie Zeit, Know-how, Energie und Leidenschaft eingebracht haben. So haben wir es geschafft, headingforparty ohne jegliches Fremdkapital auf die Welt zu bringen.
Planen Sie ein App für mobile devices?
Haberl: Absolut. Wir holen sehr oft aktiv das Feedback von Usern ein und wir wissen daher, dass ein mobiles App ein wichtiges Feature für unsere PartyPeople wäre. Man muss dabei aber bedenken, dass wir uns noch in der Beta-Phase befinden. Erst wenn diese abgeschlossen ist, werden wir ein mobiles App programmieren. Wir sind zudem auch noch ein kleines Team und können daher nur einen Entwicklungsschritt nach dem anderen machen. Wir arbeiten aber intensiv daran, dass wir jeden dieser Entwicklungsschritte so schnell, aber vor allem so gut wie möglich umsetzen.
Welche Milestones haben Sie sich gesteckt?
Haberl: Wir hatten ja bei der Konzeption von headingforparty eine genaue Vorstellung davon, was bei möglich sein soll. Daher ist der nächste Milestone der saubere Abschluss der Beta-Phase. Dann werden wir uns ans mobile App machen; parallel folgt die Erweiterung der Sprachen, in denen headingforparty zu bedienen sein wird. Zuerst wird Deutsch kommen, dann sind Französisch und Spanisch geplant.
Was dann folgt, ist der nächste wirklich große Schritt: nämlich die Möglichkeit zu bieten, dass sich Clubs und Party-Veranstalter mit eigenen Profilen der Community präsentieren können. Die PartyPeople haben dadurch den Vorteil, dass sie direkt auf unserer Seite nach einer interessanten Party-Location für nach der PreParty suchen können. Jede weitere Entwicklung von headingforparty wird jedenfalls darauf ausgelegt sein, unser Core-Feature, die PreParty, zu unterstützen. Wir wollen nichts machen, was unsere Kern-Idee, meet new people – rock the night, verwässert.
Welche Spielregeln gelten für gewerbliche User?
Haberl: Derzeit ist in diesem Zusammenhang die einzige Spielregel, dass headingforparty von den Usern nicht gewerblich genutzt werden darf. So ist es zum Beispiel gemäß den AGB nicht gestattet, eine PreParty aus monetärem Interesse zu veranstalten. Ab dem Moment, ab dem sich Clubs und Party-Veranstalter auf der Plattform registrieren können, wird es dafür eigene Nutzungsbestimmungen geben.
Wie kann Missbrauch durch gewerblich-kommerzielle User oder fragwürdige Party-Angebote verhindert werden?
Haberl: Jeder User kann uns per E-Mail einen anderen User oder einen Inhalt, der gegen die AGB von headingforparty verstößt, melden. Ein Feature, mit dem man diese Inhalte noch leichter und schneller kennzeichnen kann, wird demnächst implementiert.
Wer hat Zugriff auf die User-Daten?
Haberl: Paul Glantschnig ist nicht nur Co-Founder und Chef-Entwickler von headingforparty. Er ist auch für die Verwaltung der User-Daten verantwortlich. Selbstverständlich verpflichten wir uns in den AGB dazu, dass wir keinerlei personenbezogene Nutzerdaten zu kommerziellen Zwecken weitergeben.
Wodurch ist der Datenschutz und der Schutz vor "Datenklau" gewährleistet?
Haberl: Wir hosten headingforparty auf einem professionellen Serversystem, das durch modernste Sicherheitsstrukturen geschützt ist.
Vielen Dank für das Gespräch.
Über das Ziel und die Funktionsweise der Internet-Plattform klärt headingforparty hier auf. (red/23.12.11)
Bulkerflotte 1 wie befürchtet in Not geraten
Der Schiffsfonds "Bulkerflotte 1" von Nordcapital, der im Jahr 2008 exklusiv von der Deutschen Bank vertrieben wurde, ist in Not geraten. Der Branchendienst fondstelegramm melde Ende Juni 2011, dass dem Fonds die Insolvenz drohe. "Die Anleger sollen 18 Prozent der ursprünglichen Zeichnungssumme nachschießen, um eine Zwangsverwertung abzuwenden", heißt es weiter. Korea Line hätte sieben der neun Fondsschiffe gechartert und die Verträge im Zuge des Antrags auf Gläubigerschutz gekündigt. Die Bulker würden derzeit in einem Pool mit einer durchschnittlichen Nettocharter von 13.285 Dollar pro Tag fahren. Mit Korea Line seien 24.600 Dollar pro Tag vereinbart gewesen.Für manche Branchenbeobachter, die anno dazumal belächelt wurden, ist das keine Überraschung. "Wir halten die prognostizierten Einnahmen nach der Festbeschäftigung für optimistisch. Obwohl die kalkulierte Anschlusscharter unter dem aktuellen Marktwert liegt, sollten Sie bedenken, dass der Bulkermarkt überhitzt ist", schrieb Alexander Endlweber im August 2008 im Informationsdienst "Mein Fondsberater". Dass sich die Charterraten auf dem aktuell historisch höchsten Niveau und weit über historischen Durchschnittswerten halten würden, sei unwahrscheinlich. Das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) habe beispielsweise damit gerechnet, dass die Raten 2009 um mehr als 50 Prozent einbrechen.
Am heutigen Dienstag teilte Nordcapital mit, für den Fonds "mit allen beteiligten Partnern eine nachhaltige Lösung" erzielt zu haben. An den Kapitalmaßnahmen hätten sich die Anleger, die Banken und die Initiatoren beteiligt. Bis Ende August 2011 seien insgesamt 26,8 Millionen Dollar zur Fortführung des Fonds zugesagt worden. "Über ihre bereits im Vorwege der Umsetzung zugesagten Beiträge von rund vier Millionen Dollar sowie Bürgschaften in Höhe von 33 Millionen Dollar hinaus stellt die Nordcapital-Gruppe weitere drei Millionen Dollar als Erhöhungskapital zur Verfügung. Die Deutsche Bank beteiligt sich in Form eines zusätzlichen Darlehens über drei Millionen Dollar", teilte das Emissionshaus mit.
Die sieben abgelieferten Schiffe seien in einem Pool der Klaveness-Gruppe beschäftigt. Das achte Schiffe werde Ende September 2011 abgeliefert und müsse noch beschäftigt werden. Das neunte Schiffe werde vom Fonds nicht übernommen, nachdem die Werft den Bauvertrag gekündigt habe. Bitter für die Anleger: Die vom Fonds geleisteten Anzahlungen gehen verloren.
Detail am Rande: Ursprünglich sollte der Fonds bis zu 12 Schiffe finanzieren. Nach Platzierungsende wurden es neun Bulker. Das MS E.R. Bordeaux, das in der Bulkerflotte noch mit knapp 49 Millionen Dollar Anschaffungskosten berücksichtigt wurde, brachte das Emissionshaus im vergangenen Jahr in einem gesonderten Fonds auf den Markt. Der Kaufpreis, der in Dollar und Euro zu begleichen ist, beträgt laut Bordeaux-Prospekt nur noch 36,5 Millionen Dollar. Das ist ein klares Indiz für den Einbruch des Bulker-Markets. (ae/30.08.11)
Kanada-Solarfonds von MPC kommt nicht
Der für den Vertriebsstart im ersten Quartal 2011 vorgesehene Solarfonds von MPC Capital kommt nun doch nicht auf den Markt. Anfang Dezember des vergangenen Jahres hatte der Initiator eine entsprechende Beteiligung mit Photovoltaikanlagen in Kanada angekündigt. "Im Rahmen unserer technischen Due Diligence haben wir nachträgliche Veränderungen im Konzept des Projektentwicklers festgestellt, die es uns derzeit unmöglich machen, dass Projekt mit der den Anlegern geschuldeten Qualität fortzuführen", teilt der MPC auf Anfrage begründend mit. (ae/16.02.11)Schifffahrt: Keine Auflieger mehr in Rostock
Im Rostocker Seehafen liegen keine Schiffe mehr auf. Vorige Woche hat das Containerschiff MS Wehr Alster, das seit Ende Mai 2009 an der Kette gelegen hatte, abgelegt. Krisenbedingt mussten vier Handelsschiffe längerfristig in Rostock ankern. Zu Pfingsten wurde das MS Wehr Havel wieder in Fahrt gesetzt. Die beiden Fondsschiffe MS Northern Trust und MS Northern Valour des Initiators Norddeutsche Vermögen hatten Mitte Februar beziehungsweise Mitte März nach rund einem Jahr Wartezeit ihren Dienst wieder aufgenommen. (ae/29.06.10)Graumarkt: Bundesregierung plant Gesetzesentwurf
Die deutsche Bundesregierung will "zeitnah" einen Gesetzesentwurf zur Regulierung des "Grauen Kapitalmarkts", zu dem gemeinhin auch geschlossene Fonds gezählt werden, vorlegen. Damit soll u.a. der Begriff "Finanzinstrumente" weiter gefasst und der Vertrieb der entsprechenden Kapitalanlageprodukte reglementiert werden. Das berichtete gestern der Parlamentsdienst "hib" mit Bezug auf eine Sitzung des Finanzausschusses im Bundestag. Darin habe die CDU/CSU-Fraktion den Gesetzesentwurf noch für diese Legislaturperiode angekündigt. (ae/25.02.10)Deepsea Oil Explorer von MPC/HCI vom Markt genommen
Still und leise haben die Emissionshäuser MPC Capital und HCI Capital ihren gemeinsamen Fonds Deepsea Oil Explorer vom Markt genommen. Das hat MPC heute, Mittwoch, auf Anfrage des Redaktions.Büro Berlin.Wien bestätigt. Der Grund dafür sei, dass sich die Fertigstellung der Bohrplattform um drei bis sechs Monate verzögere, weil bereits die ersten beiden Plattformen der Baureihe später als geplant abgeliefert werden. Für die verspätete Ablieferung gebe es rechtliche Regelungen. Aber: "Die Durchsetzung von Rechtsansprüchen kann in der Praxis erfahrungsgemäß einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen und kann sich gegebenenfalls bei größeren Verzögerungen nachteilig für die Fondsgesellschaft auswirken. Vor diesem Hintergrund prüft die Fondsgeschäftsführung, ob es sinnvoller sein kann, auf Rechtsansprüche zu verzichten und im Gegenzug andere wirtschaftlich vorteilhafte Lösungen zu erzielen", teilt MPC mit.Da die Ablieferug der Plattform nicht genau terminisiert werden könne, hätten die beiden Initiatoren den Fonds, der ursprünglich 2008 aufgelegt und 2009 mit einer Protect-Variante "neu" aufgelegt wurde, aus dem Vertrieb genommen. Die nicht platzierten Anteile seien – zumindest vorläufig – auf die eigenen Bücher genommen worden, wobei MPC eine Neuplatzierung zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausschließt. Unterdessen betont der Initiator: "Für Altanleger bedeutet das aus heutiger Sicht keine Veränderung bezüglich des wirtschaftlichen Erfolgs ihrer Beteiligung." Diese Aussage sollte jedoch mit Vorsicht genossen werden. (ae/16.12.09)
Schiffspools: Einnahmegesellschaften sind kein Allheilmittel
"Die zum Teil ruinösen Charterraten für Seeschiffe ziehen Eigentümer und Reeder in einen tiefen Strudel. Die Schiffspools, weit reichende Partnerschaften für das gemeinschaftliche Management von etwa gleichartigen Frachtern, stellen keine Ausnahme dar. Vor kurzem machte eine Nachricht die Runde, die vielen Marktteilnehmern Schweiß auf die Stirn treiben dürfte. Die dänische Reederei Delphis hat ein 2.500-TEU-Containerschiff für zwölf Monate spottbillig an Maersk vermietet. Die Charterrate beträgt Berichten zufolge nur 3.800 bis 3.900 US-Dollar. Für den gleichen Zeitraum, allerdings zu immerhin 4.500 US-Dollar sicherte sich Maersk ein weiteres Containerschiff von einem anderen Reeder. Grund der Aufregung: Die Abschlüsse liegen deutlich unter den ohnehin nicht auskömmlichen Marktdurchschnittsraten. Ende vergangener Woche lag der Contex Type 2.500 der Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagenten bei 4.913 US-Dollar. Die Charterverträge sind ärgerlicherweise mit Verlängerungsoptionen und Raten von acht Prozent unter dem Contex ausgestattet. Es heißt, Delphis habe den Deal mit Maersk nur akzeptieren können, weil das Schiff in einem Pool fährt, in dem andere Schiffe über 20.000 US-Dollar pro Tag verdienen. (...)", schreibt das Redaktions.Büro Berlin.Wien in der aktuellen Ausgabe der Fondszeitung. (ae/09.11.09)BayernLB will KGAL-Anteile los werden
Die in schwierige Fahrwasser geratene BayernLB befindet sich auf ihrem Konsolidierungsweg. Zu den Maßnahmen der Sanierung gehört auch der Verkauf von Beteiligungen. Wie die FTD in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, könnte davon auch die KG Allgemeine Leasing (KGAL) betroffen sein. Demnach plant die BayernLB den Verkauf ihres 30-prozentigen Anteils an dem Emissionshaus für geschlossene Fonds. (ae/19.10.09)VGF schließt DOBA als Mitglied aus
Der in Berlin ansässige VGF Verband Geschlossene Fonds hat in der vorigen Woche den Fondsinitiator DOBA Grund (Doblinger Gruppe) als Mitglied ausgeschlossen. Das haben Branchenkreise direkt gegenüber dem Redaktions.Büro Berlin.Wien und der VGF indirekt bestätigt. Denn der Verband hat in seiner für den Finanzausschuss des Bundestages verfassten Stellungnahme anlässlich der heute, Mittwoch, stattfindenden öffentlichen Anhörung zum "Grauen Kapitalmarkt" den Ausschluss eines Mitgliedes kundgetan. Der Vergleich früherer vom VGF veröffentlichter Mitgliederlisten mit dem aktuellesten Mitgliederverzeichnis offenbart, dass DOBA Grund aus den Reihen der offiziellen, durchaus ambitionierten Branchenvertretung geflogen ist. Informationen des Redaktions.Büro Berlin.Wien zufolge wurde der Initiator von geschlossenen Immobilienfonds aus dem Verband ausgeschlossen, weil er – selbst auf Nachforderung und unter Gewährung von Nachfristen – keine dem VGF-Standard und damit den VGF-Statuten entsprechende Leistungsbilanz veröffentlicht hat. Der VGF fordert in seinen Statuten von seinen Mitgliedern die Einhaltung der Selbstverpflichtung zur Veröffentlichung einer nach den VGF-Leitlinien erstellten Leistungsbilanz bis zum 30. September nachfolgend zum 31. Dezember des Vorjahres. Der DOBA-Grund-Internetauftritt wird "derzeit neu entwickelt"; eine Leistungsbilanz ist nicht abrufbar. Der VGF-Ausschluss eines Mitgliedes zeigt, dass selbst einem zahnlosen Tiger noch Zähne, die dann auch beißen, wachsen können. (ae/01.07.09)Immobilienfonds der Volkssolidarität ist pleite
Die in Güstrow ansässige Volkssolidarität-Sozial-Immobilienfond GmbH & Co. KG hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Rostock hat für den Fonds am vergangenen Freitag das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet. Als Geschäftsführer des Fonds fungierte bislang die Volkssolidarität-Sozial-Immobiliengesellschaft mbH als persönlich haftende Gesellschafterin. Auch für sie hat das Amtsgericht Rostock am vergangenen Freitag ein Insolvenzverfahren eröffnet. Berichten zufolge haben rund 1.000 Anleger in Immobilienprojekte der unter dem Dach des Sozial- und Wohlfahrtsverbandes "Volkssolidarität" agierenden Gesellschaften investiert. Aufgrund vermeintlicher Unregelmäßigkeiten, die bereits staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen unterliegen sollen, haben sich Verbraucher- bzw. Anlegerverbände eingeschalten. (ae/06.07.09)Chassis-Manager Paul Günther ist insolvent
Die Hamburger Paul Günther AG, ein großer europäischer Vermieter von Container-Chassis, hat am vergangenen Freitag Insolvenz angemeldet, wie das Unternehmen heute mitteilte. Damit zieht die Wirtschaftkrise in der maritimen Wirtschaft, von der auch die Seeschifffahrt und so mancher Schiffsfonds betroffen ist, immer weitere Kreise. Die Nachrichtenagentur ddp berichtet: "Seit September 2008 sei das Geschäft (der Containerumschlag; Anm.) um etwa 25 Prozent zurückgegangen. Derzeit bewege sich der Containerverkehr in den drei größten europäischen Häfen Rotterdam, Antwerpen und Hamburg auf dem Niveau von 2005, sagte die Firmensprechern."Geschlossene Fonds von Conrendit und Schroeder & Co., beide ansässig in Hamburg, haben Chassis an Paul Günther vermietet. Es ist noch zu klären, inwiefern die Beteligungsgesellschaften von der Insolvenz betroffen sind. Entsprechende Anfragen vom Redaktions.Büro Berlin.Wien laufen. (ae/23.06.09)
Dubai Sports City kann nicht aufgelöst werden
Die Auflösung des Fonds Dubai Sports City (DSC) von World of Fonds muss ein weiteres Mal verschoben werden. Das hat der Initiator auf Anfrage des Redaktions.Büro Berlin.Wien bestätigt. Erst im April hatte World of Fonds die ursprünglich für Ende 2008 vorgesehene Auszahlung und Liquidation des Fonds für diesen Juni angekündigt. Allerdings ist der Kaufvertrag nun endgültig geplatzt: Nach Angaben des Initiators hat die Bank die Finanzierung der Übernahme des Projekts "The Cube" durch die BMG Middle East Development LLC abgesagt. Das Projekt soll im Jahr 2010 fertiggestellt und gegebenenfalls an einen anderen Käufer veräußert werden. (ae/18.06.09)IATA mit neuem Chairman und miesen Prognosen
Der Vorstandsvorsitzende der Cathay Pacific Airways, Tony Tyler, hat auf der heute zu Ende gehenden 65. Jahresversammlung der International Air Transport Association (IATA) die Chairman-Position im Branchenverband für ein Jahr übernommen. Die Stimmung auf Kuala Lumpur, wo das Jahresmeeting stattgefunden hat, dürfte stark getrübt gewesen sein. Denn die Luftfahrt ist in eine schwere Krise gestürzt, die in dieser Ausprägung vorher nicht erwartet worden war.Für das laufende Jahr geht die IATA von einem Umsatzeinbruch von 15 Prozent aus, der damit weit höher als nach 9/11 mit minus sieben Prozent ausfallen würde. Zudem prognostiziert der Verband einen Verlust der Fluggesellschaften in Höhe von neun Milliarden US-Dollar im Jahr 2009. Im März waren "nur" 4,7 Milliarden US-Dollar erwartet worden. Bereits im vergangenen Jahr hat die Luftfahrtindustrie einen Verlust in Höhe von 10,4 Milliarden US-Dollar eingeflogen. Die IATA geht momentan davon aus, dass das Frachtgeschäft auf Jahressicht um 17 Prozent einbrechen wird. Das Passagieraufkommen sollte um "nur" acht Prozent sinken.
Was bedeuten die Horrornachrichten für Flugzeugfonds? Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Berater und Anleger sollten sich in dieser Angelegenheit den jeweiligen Fonds, dessen Konzept und Partner sowie dessen wirtschaftliche Kalkulation bzw. Sensitivitätsanalyse genau ansehen. Airlines mit einer hohen Bonität wie etwa Emirates werden die Krise eher "unbeschadet" meistern als marode Gesellschaften wie die AUA oder British Airways. (ae/09.06.09)
Erhebliche Ergebniseinbrüche bei Emirates und British Airways
Die Emirates Airline hat im Geschäftsjahr 2008/2009, das Ende März abgelaufen ist, einen Gewinn von 268 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Ergebnis allerdings um 80,4 Prozent eingebrochen. Die Airline führt das auf die hohen Kerosinpreise in den ersten sechs Monaten und die Weltwirtschaftskrise zurück. Der Umsatz war im Berichtszeitraum um zehn Prozent auf 12,0 Milliarden US-Dollar gestiegen. An den Expansionsplänen will die Gesellschaft festhalten.British Airways hat ebenfalls den Geschäftsbericht für das Jahr 2008/2009 per Ende März vorgelegt. Das Unternehmen hat einen operativen Verlust von 220 Millionen Pfund eingeflogen. Im Vorjahr stand noch ein operativer Gewinn von 878 Millionen Pfund zu Buche. Trotz Passagier- und Auslastungsrückgang stieg der Umsatz im Berichtszeitraum um 2,7 Prozent auf knapp neun Milliarden Pfund. Die Spritkosten sind um 44,5 Prozent auf fast drei Milliarden Pfund in die Höhe geschnellt. Unterm Strich beträgt der Verlust nach Steuern 358 Millionen Pfund, nachdem die Airline im Vorjahr einen Gewinn 726 Millionen Pfund erzielt hatte. (ae/22.05.09)
MISC steigt aus Grand Alliance aus
Die malaysische Linienreederei MISC Berhard steigt aus der "Grand Alliance" mit Wirkung zum 1. Januar 2010 aus. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, sei dies eine Maßnahme des Restrukturierungsprogramms, dass der Containerliner angesichts der Wirtschaftskrise umsetzen müsse. MISC wolle sich auf den Verkehr innerhalb Asiens konzentrieren und streiche daher die Routen von Asien nach Europa aus dem Fahrplan. Nach dieser Entscheidung bilden "nur" noch Hapag Lloyd (Deutschland), NYK Line (Japan) und OOCL (Korea) die Grand Alliance. (ae/17.05.09)MIG Fonds und RWB Austria neue Marktführer in Österreich
Gemessen an den Platzierungszahlen 2008 hat der österreichische Beteiligungsmarkt zwei neue Marktführer: Die MIG Fonds, die exklusiv von der Alfred Wieder AG vertrieben werden, und RWB Austria haben 2008 bei Privatanlegern am meisten Eigenkapital für ihre geschlossenen Private-Equity-Fonds eingesammelt. Ihr Umsatz betrug 45 bzw. 28 Millionen Euro, wobei das RWB-Volumen von geföX wie schon im Vorjahr geschätzt wurde. Beide Emittenten bieten Investoren auch Sparpläne an, durch die Anleger ihre Beteiligungssumme nicht sofort einzahlen müssen. Das Private-Equity-Segment war im vergangenen Jahr bei der Platzierung das erfolgreichste im österreichischen Markt für geschlossene Fonds. Das zeigt die soeben fertiggestellte geföX-Marktstudie 2008/2009, die am heutigen Freitag in Druck gegangen ist.Hinter den MIG Fonds und RWB rangieren die Anbieter König & Cie., MPC Capital, HCI Capital und Lloyd Fonds, deren Umsatz im Vergleich zu Deutschland, wo der Markt nicht so stark einbrach, bescheiden ausgefallen ist. Der Markführer aus dem Jahr 2007, Macquarie Capital, liegt diesmal abgeschlagen hinter den genannten Unternehmen zurück.
Als Konsequenz der internationalen Finanzkrise und den Kapitalanlage-Skandalen in Österreich ist der Markt 2008 gegenüber dem Vorjahr um 47,8 Prozent geschrumpft. Laut geföX-Marktstudie beträgt das kumulierte Platzierungsvolumen nur 186,7 Millionen Euro. Davon entfielen 81 Millionen Euro auf Private-Equity-Fonds (inklusive Venture Capital). Für Schiffs- und Immobilienbeteiligungen haben die Fondsinitiatoren zusammen nur 75 Millionen Euro Eigenkapital eingeworben. Auch die unterschiedliche Güte der angebotenen Fonds hat dem Markt einen Dämpfer versetzt. Denn obwohl oder gerade weil sich die Österreicher schwer damit tun, gute von weniger guten Fonds zu unterscheiden, haben viele Anleger im vergangenen Jahr offenbar gleich ganz die Finger von dieser Assetklasse gelassen.
geföX hat auf Basis einer eigenen Umfrage unter den Emissionshäusern, von denen 17 aktiv teilgenommen haben, wie im Vorjahr eine umfassende Markterhebung durchgeführt. Die Ergebnisse sind in der neuen Studie auf 35 Seiten aufbereitet. In der Publikation ist darüber hinaus ein Marktbericht zu Flugzeugfonds zu lesen. geföX wird die produkt- und anbieterunabhängige Marktberichterstattung in den kommenden Monaten forcieren. Die Verzeichnisse der Anbieter und wichtigen Anlaufstellen wurden aktualisiert. (geföX/03.04.09)
MPC fällt tief in die Verlustzone
Die an der Börse notierte Hamburger MPC Capital AG ist drastisch in die roten Zahlen gerutscht. Wie die Gesellschaft am vergangenen Freitag kurz vor 20 Uhr in einer Ad-hoc-Meldung mitteilte, wird für das Geschäftsjahr 2008 ein Verlust nach Steuern in Höhe von 96 Millionen Euro "erwartet." Die endgültigen Zahlen und Details gibt das Unternehmen bereits am kommenden Mittwoch bekannt. Vorab ließ das Emissionshaus lediglich wissen, dass die Wertberichtigung der Beteiligung an der HCI Capital AG im Ausmaß von 80 Millionen Euro die Gesellschaft in die Verlustzone gerissen habe. Denn ohne Berücksichtigung der Einmaleffekte sei das operative Ergebnis leicht positiv gewesen.MPC Capital gab bereits im vergangenen November eine Gewinnwarnung heraus. Damals kündigte der Vorstand einen Verlust von 70 Millionen Euro an. Die HCI-Anteile wurden im Wert um 60 Millionen Euro nach unten korrigiert. HCI Capital hat bereits am 9. März den Jahresabschluss 2008 vorgelegt. Die Anteilseigner müssen einen im Berichtszeitraum eingefahrenen 16,8 Millionen Euro hohen Verlust verschmerzen. (ae/22.03.09)
DSF-Mutter beantragt Staatshilfe
Die Muttergesellschaft des Frankfurter Emissionshauses Deutsche Structured Finance (DSF), Aareal Bank, nimmt nach eigenen Angaben Staatshilfe in Anspruch. Wie das Kreditinstitut am gestrigen Sonntag mitteilte, werde der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) der Bank eine mit neun Prozent pro Jahr verzinste stille Einlage im Umfang von 525 Mio. Euro einräumen. Außerdem gewähre der SoFFin Garantien für unbesicherte Emissionen für bis zu vier Mrd. Euro.Gleichzeitig meldete die Aareal Bank für das Geschäftsjahr 2008 einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 117 Mio. Euro. Dieses Ergebnis wurde allerdings nach vorläufigen Zahlen berechnet und ist noch nicht von Wirtschaftsprüfern testiert. (ae/16.02.09)
Vertriebsstopp bei Wölberns Deutschland 02
Das Hamburger Emissionshaus Wölbern Invest hat den Spezial-Immobilienfonds „Deutschland 02 Health Care“ aus dem Vertrieb genommen. Das bestätigte das Unternehmen heute, Montag, auf Anfrage des Redaktions.Büro Berlin.Wien. Informationen aus Branchenkreisen, wonach die Fondsgesellschaft rückabgewickelt wird, dementierte eine Unternehmenssprecherin umgehend. Eingehende Zeichnungsscheine von Privatanlegern werden allerdings nicht mehr angenommen.Wölbern Invest sah den Platzierungserfolg „vor dem Hintergrund der aktuellen Situation auf dem Finanzmarkt“ gefährdet und hat die Finanzierungsstrategie geändert. Denn nach eigenen Angaben soll das Gesamtprojekt nunmehr an institutionelle Investoren vermarktet werden. Dazu befinde sich das Unternehmen in Gesprächen mit Interessenten. Über den bisherigen Platzierungsstand des geplanten Eigenkapitals in Höhe von knapp 29 Millionen Euro (ohne Agio) wollte die Unternehmenssprecherin keine Angaben machen.
Der Immobilienfonds stammt vom Frühsommer vergangenen Jahres. Die Gesellschaft mit einem Planvolumen von 60,95 Millionen Euro inklusive Agio investiert in fünf neue Pflegeheime und eine aus dem Jahr 2001/2002 stammende Einrichtung. Langfristige Miet- bzw. Pachtverträge lagen zum Zeitpunkt der Prospektierung vor. Aufgrund der hohen Fondsanlaufkosten und der stolzen Gewinnbeteiligung für den Initiator angesichts der bescheidenen Rendite für den Anleger ist das Redaktions.Büro Berlin.Wien in einer Fondsbesprechung für das fondstelegramm Mitte Juli 2007 zu keinem abschließend positiven Urteil gekommen. (ae/16.02.09)
Aurelius Fund 1 wird rückabgewickelt
Der Aurelius Fund 1 von der Hesse Newman Capital AG in Hamburg wird rückabgewickelt. Das hat Mark Drießen, Vorstand der Hesse Newman Capital, dem Redaktions.Büro Berlin.Wien am heutigen Mittwoch bestätigt. Der Fonds sollte ursprünglich in strukturierte Unternehmenskredite, sog. Collateralised Loan Obligations (CLO), investieren und die Investitionen über die Zeichnung westeuropäischer Staatsanleihen absichern. "Grund für die Rückabwicklung ist, dass uns die Kapitalsicherungskomponente im Fonds 'weggelaufen' ist", erklärt Drießen. Denn die Rendite für Bundesanleihen sei seit der Fondsauflage von 4,6 auf 2,3 Prozent gesunken.Der Fonds hatte laut Drießen knapp fünf Millionen Euro Eigenkapital eingesammelt. Investitionen seien nicht getätigt worden. Derzeit läuft noch das Abstimmungsverfahren über den Vorschlag des Initiators, den Fonds rückabzuwickeln. Im Gegenzug sollen die Anleger ihre gesamte Einlage samt Agio und einer fünfprozentigen Verzinsung (zeitanteilig) zurückbekommen. Auch der Vertrieb darf seine Provision erhalten. Bislang hat dem Vernehmen nach etwa die Hälfte der Anleger abgestimmt und dem Vorschlag zu hundert Prozent zugestimmt. (ae/04.02.09)
"Es könnte zur härteren Korrekturen kommen"
Hemmungslos verteilen Initiatoren und Vertriebe weiter geschlossene Fonds, die in den V.A.E. investieren. Auch das schwierige Pflaster Dubai ist bei Ventafonds, Selfmade Capital und Konsorten offenbar weiterhin ein Thema. Selfmade Capital jubelte am 22.01.2009 in einer Pressemitteilung, dass es in den V.A.E. "viel Licht, wenig Schatten" gebe, und bezog sich dabei auf Wirtschaftsprognosen der deutschen Bundesagentur für Außenwirtschaft.Fakt ist indes, dass sich die V.A.E. und vor allem das durch Spekulation besonders getriebene Dubai genauso wenig von der Finanz- und Weltwirtschaftskrise abkoppeln können wie China oder Indien. Die Banken der Emirate disponieren um und geizen mit Krediten. Das bestätigt Eckart Woertz, Chef-Ökonom des Gulf Research Centers in Dubai, im Handelsblatt-Interview. Der Volkswirt berichtet im Gespräch mit dem Handelsblatt auch von den Einschitten auf dem Immobilienmarkt, wobei er klar zwischen Dubai und den übrigen Emiraten unterscheidet. Denn in den anderen Märkten seien die Übertreibungen geringer ausgefallen als in Dubai. "Dubai hat sich stark auf spekulative Nachfrage gegründet, häufig durch reiche Privatpersonen aus den angrenzenden Öl-Staaten, aber auch aus Russland, Indien oder Großbritannien. Dieser Bedarf bricht jetzt weg, und es könnte leicht zu härteren Korrekturen kommen", sagt Woertz gegenüber Handelsblatt.
Angesichts der sich häufenden Berichte über die wirtschaftliche Entwicklung in den V.A.E., die deutlich machen, dass die Golf-Staaten keine Eier legenden Wollmilchsäue sind, müssen Anleger vor Beteiligungen in den Emiraten gewarnt werden. Das Chancen-Risiko-Verhältnis ist zulasten der Chancen gekippt. (ae/24.01.09)
Paradiesische Renditen vorläufig vorbei
(UPDATE) Auch wenn es Initiatoren und Vertriebe nicht wahrhaben wollen: Die paradiesischen Zustände im Emirat Dubai sind offenbar vorbei. Es häufen sich die Medienberichte, die unter Angabe von vertrauenswürdigen Quellen vom Ende des Booms berichten. In ihrem Bericht "Rekordinvestitionen gegen das erste Haushaltsdefizit" meldet die ARD auch Beeinträchtigungen des Immobilienmarktes. "Was Dubai zu schaffen macht, ist der Kollaps des Immobilienmarktes", berichtet Carsten Kühntopp vom ARD-Hörfunkstudio Amman.Das Redaktions.Büro Berlin.Wien hat aus dem Umfeld institutioneller Investoren erfahren, dass die Immobilienpreise in Dubai im vierten Quartal 2008 drastisch – um bis zu 40 Prozent – eingebrochen sein sollen. Außerdem hätten sich sehr viele Investmentprofis aus dem Emirat zurückgezogen.
Initiatoren und Vertriebe von Dubai-Fonds verhöhnen seit jeher kritische Stimmen zu den Fonds, deren kalkulatorische Annahmen und zum latenten Risiko, dass auch in Dubai der Wirtschafts- und Immobilienboom (zumindest vorläufig) ein Ende haben wird. Stattdessen werden Fakten für den Fondsverkauf besttauglichst zurechtgebogen. Einige Anbieter und Berater sind mittlerweile dazu übergegangenen, massiv gegen warnende Medienberichte zu wettern und den Journalisten Böswilligkeit und Inkompetenz vorzuwerfen. Dabei übersehen sie: Provisionstrieb ist unverantwortlich und schadet Anlegern.
Am Mittwochabend hat die Nachrichtenagentur Reuters vom Baustopp am geplanten welthöchsten Gebäude in Dubai berichtet. Das habe der Projektentwickler, die staatliche Gesellschaft Nachil, selbst mitgeteilt. Darüber hinaus heißt es in der Reuters-Meldung: "Nachil hatte bereits im November erklärt, 15 Prozent seiner Stellen abzubauen, was 500 Mitarbeitern entspricht. Schon damals deutete sich an, dass die Finanzkrise den Immobilienboom in Dubai bremst." (ae/14./15.01.09)
MPC Capital baut stark Mitarbeiter ab
Die Hamburger Fondsinitiatorin MPC Capital AG, die an der Börse notiert ist, hat am gestrigen Mittwoch ein "mehrstufiges Strategieprogramm" und die "Anpassung der Organisationsstruktur und Senkung von Kosten" angekündigt. Damit soll das Unternehmen für die Herausforderung des Jahres 2009 ausgerichtet und für das Folgejahr aussichtsreich positioniert werden. Das bedeutet nach eigenen Angaben konkret: Das Unternehemn soll ab 300 Millionen Euro platziertem Eigenkapital kostendeckend gearbeitet haben und im Jahr 2010 wieder wachsen. Das Platzierungsziel für das laufende Jahr wird im Februar bekannt gegeben.Im ersten Schritt des Maßnahmenpakets müssen 55 Mitarbeiter des Konzerns den Hut nehmen. Weitere Maßnahmen werden ebenfalls im Februar genannt. Betroffen ist auch die Tochtergesellschaft MPC Capital Austria, die ihren Personalstand auf sieben Mitarbeiter reduziert. Noch vor etwa einem Jahr lag die Zahl bei 17. Aus dem österreichischen Vorstand ist Hans Haller ausgeschieden. "Er hat mit Januar 2009 die Leitung unserer Private Placement Abteilung im Konzern in Hamburg übernommen", hat das Redaktions.Büro Berlin.Wien auf Anfrage erfahren. Vorstand Peter Halbschmdit betont gleichzeitig, dass MPC Capital weiterhin flächendeckend in Österreich operativ tätig sei. (ae/08.01.09)
Alanzo ist pleite
Es hätte alles so schön werden sollen. Malerisch mutete der Prospekt an, traumhaft klang die versprochene Rendite. Eingefahren sollte die Rendite mit dem Nachbau einer chinesischen Piraten-Dschunke namens Alanzo I werden. Doch ehe es richtig begann, war für Anleger wohl alles vorbei. Seit August 2008 läuft sowohl für die Initiatorengesellschaft "Club Alanzo VIP Cruises" als auch für die Fondsgesellschaft ein Insolvenzverfahren (Az. 67a IN 328/08 u. 67a IN 327/08, AG Hamburg). Zuvor hatte Gesellschafter Jürgen Wolff die Geschäftsführung der Komplementärin und damit auch des Fonds von seinem Mitgesellschafter RA Ingo-Roger von Pereira übernommen. Die Internetseite wird von einem weiteren Gesellschafter, Michael Alanzo Langecker, betrieben. Vom Fonds, dessen Konzept laut von Pereira "aus der Feder von Andreas Greiling (www.iuw-web.info) stammt", ist auf der Homepage freilich keine Rede mehr. Im Fondswarndienst vom August 2007 hatte Alexander Endlweber vor einer Beteiligung an dem Fonds gewarnt. (ae/07.01.09)Dubai: Doch auf Sand gebaut?
Vor wenigen Tagen wurde das neue Luxus-Hotel „Atlantis, The Palm“, das auf der künstlichen Insel „The Jumeirah Palm“ errichtet worden ist, feierlich eröffnet. Abgesehen vom ökologischen Irrsinn, den das Wüstenemirat Dubai seit Jahren begeht, ist auch der Eifer beim Setzen neuer Maßstäbe fragwürdig. Wird dabei die Realität völlig ausgeblendet? Berichte über die pompöse Eröffnungsfeier der Nobel-Herberge wie jener in der WELT machen jedenfalls den Anschein.Seit Jahren erzählen Initiatoren und Vertriebe der geschlossenen Immobilienfonds in Dubai die Geschichte von den traumhaften Renditen, die noch dazu leicht verdient seien, weil das vergleichsweise liberal gestimmte Emirat als Dreh- und Angelpunkt zwischen Ost und Wet das Nonplusultra sei. Jeder, ob Weltkonzern, Ölmulti oder Aristokrat, wolle nach Dubai und dort ein sündhaft teures Apartment besitzen. Außerdem sei Dubai, heißt es weiter, längst nicht mehr vom Öl abhängig, weil die aufgeschlossene Herrscherfamilie Al Maktoum den Staat längst zu einer modernen Wirtschaft gewandelt habe. Der Bauboom, die Finanzwirtschaft und der Tourismus hätten Dubai verändert.
Kritische Stimmen, weil in der Geschichte der Finanz- und Volkswirtschaft bislang jeder Boom sein Ende gefunden hat, haben Initiatoren und Fondsvermittler grundsätzlich in den Wind geschlagen. Die Kritiker hätten überhaupt keine Ahnung, so der Tenor. Dennoch: Wo Licht ist, ist auch Schatten. Einem Bericht im Handelsblatt zufolge dürften die Herrscher in Dubai mittlerweile auch zu dieser Erkenntnis gekommen sein. Man kann es kaum glauben, aber laut Handelsblatt ist Dubai so hoch verschuldet, dass das Emirat beim Nachbarn Abu Dhabi um eine Kapitalspritze gebeten hat.
Dass sich Dubai von der Finanzkrise nun mal nicht ganz abkoppeln könne und das völlig klar sein müsste, wird vermutlich zum beliebten Argument der Fondsmacher und Vermittler. Was man der Presse und den Anlegern vorher jahrelang erzählt hat, wird sicher in Vergessenheit geraten. Einer Frage werden sich die Initiatoren aber nicht zuletzt wegen des ausgelaufenen Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten stellen müssen: Wie hoch sind die tatsächlichen Renditen, die bei den Fondsanlegern ankommen, und woher stammen diese Auszahlungen? (ae/23.11.08)
fairvesta hat Schwerin-Immobilien nicht verkauft
Das Tübinger Emissionshaus fairvesta Holding hat seine Mehrfamilienhäuser in Schwerin, die Bestand der Fonds 2 und 3 sind, offenbar nicht verkauft. Auf der Internetseite des Initiators werden seit einigen Wochen die Fondsimmobilien in drei Kategorien eingeteilt: verkaufte Objekte, in Verkaufsabwicklung und Bestandsimmobilien.Die Mehrfamilienhäuser in Schwerin waren bis vor kurzem noch unter "Verkaufsabwicklung" gelistet. Derzeit sind sie allerdings bei den "Bestandsimmobilien" zu finden. Außerdem liegen dem Redaktions.Büro Berlin.Wien für zwei Immobilienportfolios mit fairvesta-Objekten jeweils ein Verkaufsexposé eines Berliner Immobilienmaklers vor. Auf Anfrage hat das Maklerunternehmen gestern, Dienstag, bestätigt, dass die Immobilien in Schwerin zum Verkauf stehen.
Demnach darf fairvesta nicht mehr mit dem Verkauf der Immobilien in Schwerin werben, wie es das Unternehmen seit Ende September 2007 getan hat. Wie das Redaktions.Büro Berlin.Wien bereits am 20. August im fondstelegramm berichtet hat, waren die Objekte bis zum 11. August 2008 nicht an einen neuen Eigentümer, mit dem offenbar schon Kaufverträge bestanden, übertragen worden. Kurz nach dem Bericht hieß es, dass die Übertragung der Immobilien in spätestens zwei Wochen vollzogen sei.
Verwirrend sind die Informationen zu einem Wohn- und Geschäftshaus in Stuttgart / Fellbach-Schmiden. Zwei fairvesta-Präsentationen vom Februar und April 2008 suggerieren, dass das Objekt mit einer Nutzfläche von 809 Quadratmetern bereits vollständig veräußert ist. Auf der Internetseite des Initiators sind allerdings nur 224 Quadratmeter Nutzfläche als verkauft ausgewiesen. Den Rest führt fairvesta in der Bestandsliste; die Flächen sind Teil eines der genannten Immobilienportfolios mit dem vorliegenden Verkaufsexposé. (ae/19.11.08)
Es knistert im Gebälk
Seit Wochen kursieren hartnäckig Gerüchte, wonach demnächst einige Anbieter geschlossener Fonds stolpern werden und vielleicht nicht mehr aufstehen können. In diesen Tagen erhalten die stets hinter vorgehaltener Hand geäußerten Vermutungen neue Nahrung. Die banale Realität holt die Emissionshäuser langsam ein und die Lage ist ernst: Zu hohe Erwartungen, die bis zuletzt an den Markt gestellt wurden, zerplatzen wie Seifenblasen. Die Schönfärberei der Marktumstände bröckelt wie Putz von alten Mauern.Da überrascht es wenig, dass die Lloyd Fonds AG mitgeteilt hat, bis Ende dieses Jahres 15 Prozent ihrer angestellten Mitarbeiter betriebsbedingt (!) zu kündigen. Mit dieser Maßnahme will das börsennotierte Unternehmen 1,5 Millionen Euro einsparen. Etwas seltsam mutet die Pressemitteilung von Lloyd Fonds an. Der ohnehin schon laufende Organisationsumbau werde lediglich fortgesetzt, jedoch von der Finanzkrise noch beschleunigt. Außerdem will die Gesellschaft durch die Straffung der Strukturen mehr Kundennähe erreichen – mit weniger Mitarbeitern. Lloyd Fonds hat Anfang Oktober eine Umsatz- und Gewinnwarnung veröffentlicht. Eine Prognose hat der Vorstand allerdings nicht mehr abgegeben, betont aber gleichzeitig, 2008 mit einem Gewinn im „niedrigen einstelligen Millionenbereich“ erreichen zu wollen.
Die MPC Capital AG hat heute, Dienstag, eine weitere Gewinnwarnung veröffentlicht. Es wird nunmehr für das Gesamtjahr ein Platzierungsvolumen von nur 600 Millionen Euro erwartet. In den ersten neun Monaten 2008 schaffte der Initiator 463 Millionen Euro. Am 11. August bestätigte das Unternehmen noch die frühere Prognose, in diesem Jahr 1,1 Milliarden Euro Eigenkapital zu platzieren. Gleichwohl wurde das Gewinnziel von 50 auf 38 bis 40 Millionen Euro reduziert. Schuld war damals eine Gewinnwarnung der HCI Capital AG, an der MPC mit 40,8 Prozent beteiligt ist. Seit heute rechnet MPC mit einem negativen Ergebnis in Höhe von 70 Millionen Euro, was der Vorstand neuerlich mit der Beteiligung an HCI begründet. Diese sei von 140 auf 80 Millionen Euro wertberichtigt worden, heißt es in einer Mitteilung. Und weiter: „Den Grund für die Wertberichtigung sieht der Vorstand der MPC Capital AG in dem derzeitig schwierigen Platzierungs- und Finanzierungsumfeld.“
Eine Blitzumfrage der Ratingagentur Feri hat übrigens ergeben, dass Initiatoren und Vertriebe mittlerweile in ein Stimmungstief geraten sind. Die Fondsplatzierung laufe in fast allen Segmenten schlechter als im Vorjahr und vor allem schlechter als erwartet, berichtet das fondstelegramm. Es ist also davon auszugehen, dass der Markt für geschlossene Fonds von weiteren Hiobsbotschaften heimgesucht wird. Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen, im Moment – und daran haben nicht nur die Anleger und ihre Verunsicherung Schuld – ist es wie am Roulettetisch: Rien ne vas plus! (ae/18.11.08)
fairvesta lässt Termin platzen
(Update) Die fairvesta Holding hat am vergangenen Donnerstag kurzfristig den für den nächsten Tag anberaumten Gesprächstermin mit dem Welther Verlag und dem Redaktions.Büro Berlin.Wien abgesagt. Der Termin mit Otmar Knoll, dem fairvesta-Handlungsbevollmächtigten, war angesetzt worden, nachdem sich Alexander Endlweber mit fairvesta-Pressesprecher Michael Oehme vor einigen Wochen zu einem konstruktiven Gespräch zur Herstellung einer Gesprächsbasis getroffen hatte. Ziel war, dass der Initiator im Nachgang zur fondstelegramm-Berichterstattung inhaltliche Ungereimtheiten ausräumt. Angesichts der aktuellen Emission des fairvesta Fonds VI wäre das höchst an der Zeit.Die Absage begründet Oehme mit einem von mir verfassten Bericht über Immobilienhandelsfonds, der in der aktuellen Fondszeitung 22/2008 veröffentlicht ist. In dem Artikel werden überblicksartig die Konzepte der verschiedenen Handelsfonds vorgestellt. Der Bericht sei falsch und tendenziös, kritisiert Oehme ohne nähere Angaben. Er könne nicht die Verantwortung übernehmen, dass "Herr Knoll in einem offenen Gespräch sämtliche gewünschten Informationen liefert, zumal zu befürchten steht, dass diese zumindest wieder fehlinterpretiert werden". Somit bleibt der Fragenkatalog, den fairvesta im Zuge der redaktionellen Recherchen Ende August erhalten hat, weiterhin unbeantwortet. Warum fairvesta hartnäckig jede sachdienliche Informationen zu den bisher aufgelegten Fonds verweigert, ist völlig unklar. Freilich, ein Schelm ist, wer dabei Böses denkt.
In den genannten Fondszeitung-Artikel hat sich leider ein Fehler eingeschlichen. Denn fairvesta hat in den Prospekten der Fonds I bis III tatsächlich Investitionskriterien angegeben, die der Initiator als Grundsätze für Auswahl und Investitionen bezeichnet. Das Redaktions.Büro Berlin.Wien bedauert dieses Versehen und bittet um Entschuldigung.
Hintergründe für die Kritik, dass Otmar Knoll im Prospekt des Fonds VI mit keiner Silbe erwähnt ist, sind übrigens nicht in der Person Knoll und einer seiner Ansicht nach gegen ihn initiierten Kampagne zu suchen. Otmar Knoll zählt offensichtlich zu den maßgeblichen handelnden Personen bei der fairvesta Holding und ihren Fonds. Das lässt sich unter anderem daraus schließen, dass in Pressemitteilungen, Advertorials und Statements bzw. Interviews des Unternehmens fast immer Otmar Knoll zur Geltung gebracht wird. Das kann nicht nur auf der fairvesta-eigenen Webseite in der Rubrik Presse/News nachgeprüft werden. Auch bei den auf dem Internetportal openPR gelisteten Pressemitteilungen von fairvesta taucht fast immer Otmar Knoll als handelnde Person auf. Im Übrigen trägt oder trug er eine Menge Funktionen: Otmar Knoll wird beispielsweise in den Pressemitteilungen u.a. als Vertriebsleiter, Leiter An- und Verkauf Immobilien, Handlungsbevollmächtigter und dem Fondsmanagement zugehörig ("Fondsmanagement um Hermann Geiger und Otmar Knoll") bezeichnet.
Warum also im aktuellen Fondsprospekt auf die Darstellung der Person/Funktion von Otmar Knoll verzichtet und eine entsprechende Anmerkung als persönlicher Angriff gesehen wird, ist – auch angesichts der von fairvesta bekundeten Fondserfolge – völlig rätselhaft. (ae/06.11.08 u. 11.11.08)
Drittes geföX-Marktupdate ist verfügbar
Der österreichische Markt für geschlossene Fonds hat sich in diesem Jahr anders entwickelt als allseits erwartet wurde. Die Stimmung ist gedrückt. Das ist ein Ergebnis des heute, Donnerstag, erschienenen dritten geföX-Marktupdates. Positiv ist, dass die Fondsinitiatoren den österreichischen Markt nicht aufgeben. Denn immerhin ist eine Vielzahl an Fonds auf dem Markt; weitere Angebote sind geplant. Nun liegt es an den Beratern, die Chance zu ergreifen und ihren Kunden geschlossene Fonds als gute Alternative zu börsenabhängigen Investments schmackhaft zu machen. Das kostenlose Update ist hier abrufbar. (ae/16.10.08)fairvesta kündigt Werbeschaltungen wegen kritischer Berichterstattung
Aufgrund meines kritischen Berichts über die fairvesta Holding AG, der am 20.08.2008 im fondstelegramm sowie als Replik auf den Internet-Plattformen www.rb-bw.de und www.gefoex.at erschienen ist, hat das Unternehmen am Dienstag vergangener Woche alle mit dem Magazin FONDS exklusiv bestehenden Anzeigenaufträge gekündigt.Zur Begründung bringt Herr Otmar Knoll, Handlungsbevollmächtigter der fairvesta Holding AG, gegenüber dem Verlag unter anderem die völlig haltlosen Argumente vor, dass ich parteiisch und "sehr intensiv für einen Mitbewerber" tätig sei. Außerdem hätte ich mich "schon mehrfach durch unsaubere Recherchen und Unsachverstand zum Schaden von fairvesta geäußert".
Eine weitere Zusammenarbeit zwischen der fairvesta Holding AG und FONDS exklusiv sei solange nicht mehr vorstellbar wie ich für das Magazin in Wien tätig bin.
Dazu bleibt aus meiner Sicht festzustellen, dass ich bei FONDS exklusiv nur für die Österreich-Ausgabe als leitender Redakteur für den Themenbereich geschlossene Fonds fungiere. Seit dem Frühjahr 2006 arbeite ich als freier Autor für dieses Finanzmagazin.
Im Übrigen sieht Herr Knoll offenbar weiter keinen Gesprächsbedarf. Der 26 Fragen umfassende Fragenkatalog, den Herr Knoll vor Veröffentlichung des Berichts mit der freundlichen Bitte um Beantwortung erhalten hat, ist bis dato unbeantwortet. Sein Pressesprecher Michael Oehme hat indes am gestrigen Sonntag das Gesprächsangebot für sich angenommen. (ae/08.09.08)
fairvesta schlägt Gesprächsangebot aus
Die Tübinger Immobilienfonds-Initiatorin fairvesta Holding AG lehnt ein persönliches Gespräch mit dem Redaktions.Büro Berlin.Wien infolge der bisherigen Recherchen und der Berichterstattung zu ihren Fonds ab. Da weder der fairvesta-Handlungsbevollmächtigte Otmar Knoll noch der fairvesta-Pressesprecher Michael Oehme den Kontakt gesucht haben, hat Alexander Endlweber beiden Herren am Mittwoch ein persönliches Gespräch angeboten.Herr Knoll antwortete prompt und teilte mit, keinerlei Gesprächsbedarf zu haben, solange die Negativ-Berichterstattungen im fondstelegramm und bei geföX stünden. Herr Oehme hat auf das Gesprächsangebot bislang noch nicht reagiert. (ae/03.09.08)
Unklare Faktenlage bei fairvsta
(Update) Vorsicht ist offenbar bei den Immobilienhandelsfonds der fairvesta Holding AG aus Tübingen geboten. Wie das fondstelegramm am Mittwochabend berichtet hat, sollen zu den Geschäftsberichten 2007 für die Fonds I bis IV zahlreiche wichtige Fragen offen sein. Offenbar lässt der Initiator gezielt entsprechende Anfragen abblitzen. Im fondstelegramm-Bericht heißt es, dass es zu gravierenden Verzögerungen beim Verkauf der Mehrfamilienhäuser in Schwerin gekommen und dieser immer noch nicht abgeschlossen sei. fairvesta behaupte allerdings bereits seit Ende September 2007, die Immobilien veräußert und in 14 Monaten Haltedauer eine Rendite von knapp 49 Prozent p.a. erwirtschaftet zu haben. Auch bei weiteren Immobilien sowie den Gewinn- und Verlustrechnungen in den Geschäftsberichten sieht das fondstelegramm Klärungsbedarf.fairvesta ist nicht gerade für eine gemäßigte Marketing- und Kommunikationspolitik bekannt. Mit konkreten Fragen von der Presse mag sich fairvesta jedoch nicht wirklich beschäftigen; allen voran nicht Otmar Knoll, mal als Leiter des Immobilienankaufs bzw. -verkaufs und mal als Vertriebsleiter bezeichnet, der stets seinen Pressesprecher Michael Oehme vorschickt. Sein Verdienst dürfte sein, dass auf der fairvesta-Internetseite in der Rubrik „Das schreibt die Presse über fairvesta“ zum überwiegenden Teil „Artikel“ stehen, die zu hundert Prozent mit den Pressemitteilungen des Unternehmens identisch sind oder als Advertorials in Magazinen abgedruckt wurden.
Das Redaktions.Büro Berlin.Wien hat sich im vergangenen Jahr mit der „Leistungsbilanz“ 2006 beschäftigt. Gegen kritische Nachfragen und etwaige kritische Passagen in einem Artikel hat Oehme bereits frühzeitig interveniert. Eine neuerliche Anfrage des Redaktions.Büros Berlin.Wien am 13.04.2008 ist genau genommen bis heute unbeantwortet geblieben. Einem Gespräch, das immerhin stattgefunden hat, ließen Knoll und Oehme keine Fakten folgen. Erfreulicherweise hat fairvesta mit dem Berliner Welther Verlag kommuniziert, aber offenbar – weniger erfreulich – auch dabei etliche essentielle Fragen offen gelassen.
Am 25.08.2008 hat Herr Oehme im Namen von fairvesta den fondstelegramm-Artikel kommentiert. Sein Beitrag spricht Bände, ebenso wie seine erste Stellungnahme an den Herausgeber. Einer Kritik will ich hier dennoch wohlwollend entgegenkommen: Ich habe den Beitrag für das fondstelegramm im Auftrag erstellt und war an der Recherche beteiligt. (ae/21.08.08 u. 25.08.08)
Plus und leichtes Minus bei Lloyd Fonds
Das Emissionshaus Lloyd Fonds hat heute, Donnerstag, einen massiven Einbruch des Platzierungsvolumens für geschlossene Fonds bekannt gegeben. Im ersten Halbjahr 2008 konnte das Unternehmen "nur" 175 Mio. Euro Eigenkapital einsammeln. Das sind 40,5 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. "Alle Unternehmen der Finanzbranche mussten erleben, dass die Krise auf dem weltweiten Kapitalmarkt länger und heftiger ausfällt als noch vor wenigen Monaten erwartet", schreibt die börsennotierte Gesellschaft in einer Mitteilung. In diesem Umfeld habe auch die Investitionsbereitschaft der Anleger in sachwertorientierte geschlossene Fonds kontinuierlich abgenommen. Für die Verbesserung des Fondsgeschäfts hält Lloyd Fonds eine "nachhaltige Normalisierung des Finanzmarktes" notwendig. Lediglich ein leichtes Minus steht in Österreich zu Buche. Auf Anfrage erfuhr das Redaktions.Büro Berlin.Wien, dass Lloyd Fonds im Nachbarland insgesamt zwölf Mio. Euro Eigenkapital (1. Quartal: sieben Mio. Euro) im ersten Halbjahr 2008 eingeworben hat. Im ersten Halbjahr 2007 erzielte der Hamburger Initiator rund 13 Mio. Euro, im Gesamtjahr waren es 16,9 Mio. Euro. (ae/14.08.08)Eine gute und eine weniger gute Nachricht
(Update) Die Hamburger HCI Capital AG hat heute, Mittwoch, ihre Halbjahresergebnisse vorgelegt. Demnach hat das Emissionshaus in den ersten sechs Monaten 2008 für seine geschlossenen Fonds 340,5 Mio. Euro Eigenkapital eingesammelt. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht das einem Plus von 15 Prozent. Soweit die gute Nachricht. Weniger erfreulich ist der Platzierungsumsatz der österreichischen Tochtergesellschaft. Die HCI Austria hat mit acht Mio. Euro nur halb so viel Investorengelder eingesammelt als im Vorjahr. Eine Anfrage des Redaktions.Büros Berlin.Wien zu den Gründen für den Umsatzeinbruch in Österreich liegt HCI Capital vor. Ein Statement liegt dazu bis dato leider nicht vor. (ae/13.08.08 u. 14.08.08)Zurückhaltung in Österreich
Das Wachstum des zarten Pflänzchens "geschlossener Fonds" ist in Österreich unterbrochen. Wie dem gestern erschienenen geföX-Marktbericht für das erste Halbjahr 2008 zu entnehmen ist, haben es sowohl die Fondsanbieter als auch die Fondsvermittler derzeit unheimlich schwer, Umsatz zu generieren. Die Gründe dafür sind nicht nur in der jüngsten Finanzkrise zu suchen, so geföX. Fakt ist aber, dass Berater und Anleger bei geschlossenen Fondsprodukten äußerst zurückhaltend sind. Allem Anschein nach wird der österreichische Beteiligungsmarkt auf Jahressicht mindestens stagnieren, wenn nicht sogar mit einem Platzierungsrückgang abschließen. (ae/12.08.08)HCI und MPC geben Gewinnwarnung aus
Die beiden börsennotierten Emissionshäuser HCI Capital und MPC Capital haben ihre Ergebnisprognosen für das laufende Jahr nach unten angepasst. Bereits am vergangenen Freitag teilte HCI Capital mit, dass das erste Halbjahr 2008 mit einem Verlust nach Steuern in Höhe von 18,5 Mio. Euro abgeschlossen wurde. Der Initiator erwartet im Gesamtjahresergebnis nunmehr eine schwarze Null. Ursprünglich hat HCI Capital mit einem Jahresgewinn von 33 Mio. Euro gerechnet. Die Gewinnwarnung stehe in keinem Zusammenhang mit dem operativen Geschäft, das sehr gut laufe, erklärte HCI-Capital-Pressesprecher Ingo Pfeil im Gespräch mit dem Redaktions.Büro Berlin.Wien.Wie das Unternehmen mitteilte, sei der Grund für die Ergebnisanpassung eine "erhebliche Wertberichtigung der Beteiligung der HCI Real Estate Finance I GmbH & Co. KG an der NY Credit Operating Partnership LP, die sich im Rahmen der Erstellung des Halbjahresabschlusses zum 30. Juni 2008 ergeben hat". Infolge eines außerplanmäßig negativen Ergebnisses der NY Credit Operating Partnership LP im zweiten Quartal 2008 habe die Wertüberprüfung der Beteiligung an dieser Gesellschaft zu einer Wertberichtigung in Höhe von 24,8 Mio. Euro geführt. An der betroffenen deutschen GmbH & Co. KG sind laut HCI Capital keine Privatanleger beteiligt.
Da MPC Capital knapp 41 Prozent der Anteile an der HCI Capital hält, hat MPC Capital heute, Montag, ebenfalls eine Gewinnwarnung herausgegeben. Als Grund nannte das Finanzunternehmen ausschließlich die veränderte Ergebnisprognose von HCI Capital. Die ohnehin schwach ins Jahr gestartete MPC Capital AG - mit starken Einbußen im ersten Quartal 2008 gegenüber dem Vorjahreszeitraum - rechnet seit heute mit einem Jahresüberschuss von 38 bis 40 Mio. Euro. Zuvor hat der Vorstand die Marke von 50 Millionen Euro angepeilt.
HCI Capital wird die aktuellen Halbjahresergebnisse in zwei Tagen veröffentlichen. MPC Capital präsentiert erst am 26. August. (ae/11.08.08)
Lloyd Fonds fährt Prognose zurück
Noch am 11. Juni 2008 hat die Hamburger Lloyd Fonds AG ihre Jahresprognose bestätigt. Die Initiatorin von geschlossenen Fonds plante 2008 insgesamt 600 Mio. Euro Eigenkapital zu platzieren und einen Konzernüberschuss in Höhe von 23 Mio. Euro zu erwirtschaften. Nur wenige Wochen später ist alles ganz anders:Am Dienstag (15. Juli 2008) hat das börsennotierte Unternehmen in einer Pflichtmitteilung seine Jahresprognose drastisch reduziert. Lloyd Fonds geht nunmehr von einem Platzierungsvolumen in Höhe von rund 390 Mio. Euro aus. Der Jahresüberschuss soll 12 Mio. Euro erreichen. Grund für die Gewinnwarnung sei sowohl die schwache Entwicklung des Gesamtmarktes für Finanzanlagen, der sich auch die geschlossenen Fonds nicht entziehen könnten, als auch das voraussichtliche Ergebnis für das erste Halbjahr 2008. Die Halbjahreszahlen wird Lloyd Fonds am 14. August veröffentlichen.
In Österreich verläuft das Geschäft wohl doch enttäuschend. Für das erste Quartal 2008 konnte die Initiatorin im Jahresvergleich noch eine Vervielfachung des Platzierungsvolumens auf sieben Mio. Euro vermelden. Auf Anfrage des Redaktions.Büros Berlin.Wien bestätigte ein Unternehmenssprecher am Dienstagnachmittag jedoch, dass die Umsatzprognose für Österreich ebenfalls deutlich von 40 auf 25 Mio. Euro gesenkt wurde. Offenbar wird das Anlageverhalten der Kunden auch im Nachbarland "weit stärker von der weltweiten Finanzkrise und schwächeren Konjunktur geprägt, als noch zu Jahresbeginn absehbar war" (Lloyd Fonds). (ae/16.07.08)
Shedlin Capital ante portas
Die Nürnberger Shedlin Capital AG, ein Emissionshaus für offene und geschlossene Fonds, will ihre geschlossenen Publikumsfonds künftig auch in Österreich vertreiben. Vorstandsvorsitzender Robert G. Schmidt erklärte heute, Dienstag, im Gespräch mit dem Redaktions.Büro Berlin.Wien, dass sich der Immobilienfonds "New European Frontiers 3" derzeit in der Prospektierung nach dem österreichischen Kapitalmarktgesetz (KMG) befinde. Dabei handelt es sich um einen kurzläufigen Projektentwicklungsfonds, der in Immobilien in Rumänien, Bulgarien und Russland investiert.Bislang bot Shedlin Capital ihre Fonds österreichischen Anlegern nur im Rahmen von nicht genehmigungspflichtigen Private Placements (Mindestbeteiligung 50.000 Euro) an. Eine entsprechende Nachfrage aus dem Vertrieb habe das Unternehmen veranlasst, die Platzierung der Fonds auf Österreich auszuweiten. Als unmittelbares Ziel nannte Vorstand Schmidt, im deutschen Nachbarland ein mindestens zweistelliges Millionenvolumen bei der Eigenkapitalplatzierung zu erreichen. (ae/10.06.08)
Högerle übernimmt Lloyd Fonds Austria
Der Vertriebsvorstand der Lloyd Fonds AG, Marcus Simon, wird das Hamburger Emissionshaus zum 31. August 2008 "auf eigenen Wunsch" verlassen. Das teilte das Unternehmen heute, Montag, mit. Simon heuerte erst im Jahr 2006 bei Lloyd Fonds an, seit 2007 war er im Konzernvorstand für den Vertrieb verantwortlich.Ebenfalls im vergangenen Jahr übernahm der scheidende Vorstand die Geschäftsführung der Lloyd Fonds Austria GmbH, nachdem Kurzzeit-Geschäftsfüher Matthias Kogler Anfang September Lloyd Fonds in Richtung eFonds24 Austria verlassen hatte. Wie das Redaktions.Büro Berlin.Wien heute auf Anfrage erfahren hat, wird Mark Högerle die Geschäftsführung der österreichischen Tochtergesellschaft von Lloyd Fonds übernehmen. (ae/26.05.08)
Platzierungsergebnis bei HCI Austria bricht ein
Die börsennotierte HCI Capital AG hat am heutigen Dienstag ihre Geschäftsergebnisse für das erste Quartal 2008 veröffentlicht. Demnach konnte die Unternehmensgruppe in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres mit 153,7 Millionen Euro um knapp elf Prozent mehr Eigenkapital platzieren als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. In Österreich lief das Geschäft allerdings weniger gut. Die in Wien ansässige Tochtergesellschaft konnte nach 10,4 Millionen Euro im Vorjahresquartal in diesem Jahr bis Ende März nur 2,9 Millionen Euro Eigenkapital einwerben. Das bestätigte HCI-Capital-Pressesprecher Ingo Pfeil gegenüber dem Redaktions.Büro Berlin.Wien.Als Grund für den starken Umsatzrückgang führte Pfeil die mangelnde Produktverfügbarkeit in Österreich im ersten Quartal 2008 an. Mittlerweile sei die Produktpipeline aber auch für das deutsche Nachbarland wieder gut gefüllt. So ist beispielsweise die Platzierung des geplanten HCI-Flugzeufonds auch in Österreich vorgesehen. Für das Gesamtjahr gab sich Pfeil hinsichtlich des Platzierungsvolumens in der Alpenrepublik äußerst zuversichtlich. (ae/13.05.08)
Lloyd Fonds Austria liegt gut im Rennen
Das Österreich-Geschäft der Hamburger Lloyd Fonds AG ist offenbar gut angelaufen. Denn die 2006 in Wien gegründete Tochtergesellschaft hat im ersten Quartal 2008 bei österreichischen Anlegern sieben Mio. Euro eingesammelt. Im ersten Quartal des Vorjahres betrug das Eigenkapitalplatzierungsvolumen zwei Mio. Euro, erklärte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage des Redaktions.Büros Berlin.Wien am Mittwochmorgen. Damit liegt Lloyd Fonds Austria gemessen am platzierten Eigenkapital im ersten Quartal dieses Jahres vor MPC Capital Austria (sechs Mio. Euro im ersten Quartal 2008).Wie die börsennotierte Lloyd Fonds AG am heutigen Morgen in ihrem Quartalsbericht mitteilte, ist das konzernweite Platzierungsvolumen gegenüber dem Berichtszeitraum des Vorjahres um 37 Mio. Euro auf 79 Mio. Euro gesunken. Als Gründe dafür nannte das Unternehmen einerseits einen Sondereffekt im ersten Quartal 2007 durch die Platzierung eines großvolumigen Exklusivfonds und andererseits das schwierige Marktumfeld. (ae/07.05.08)
Österreich ist ein schwieriges Pflaster
So wirklich angefreundet mit geschlossenen Fonds haben sich vor allem die freien Vermögens- und Finanzberater in Österreich noch nicht. Vielen macht nicht nur die aktuelle Kredit- und Finanzkrise zu schaffen, sondern offenbar auch das Debakel der österreichischen Immobilienaktien sowie das Desaster der Meinl Bank im vergangenen Jahr. Hinter vorgehaltener Hand geben einige Fondsanbieter zu, dass das Geschäft in Österreich derzeit schleppend läuft. Das war beispielsweise in Gesprächen auf dem wmd-Exklusivforum auf Mallorca zu hören. In einer aktuellen geföX-Umfrage geben sich die Initiatoren allerdings weitaus optimistischer. Die Umfrageergebnisse werden in einigen Tagen im geföX-Leserforum veröffentlicht. geföX steht für Geschlossene Fonds in Österreich und ist die Abkürzung eines neuen Kompendiums, das Mitte April erschienen ist. Informationen zum Inhalt sowie Leseproben finden Sie hier. (ae/27.04.08)geföX-Studie beleuchtet österreichischen Beteiligungsmarkt
Geschlossene Fonds sind in Österreich noch eine junge Assetklasse. Die von blauwinder KOMMUNIKATE durchgeführte Marktstudie 2007/2008 befasst sich eingehend mit dem österreichischen Beteiligungsmarkt und liefert Marktplayern und Interessenten interessante Hintergrundinformationen. Die Studie ist Teil des Kompendiums geföX Band 1, das in der nächsten Woche erscheint. Informationen zum Inhalt sowie Leseproben finden Sie hier. (ae/09.04.08)eFonds24 schließt Österreich-Gesellschaft
Die Gerüchteküche brodelt bereits seit längerem. Nun wurde seitens der eFonds Group (vormals eFonds AG) bestätigt, was die Spatzen von den Dächern pfiffen: Die österreichische Gesellschaft des B2B-Vertriebspools für geschlossene Fonds, eFonds24, wird geschlossen. Ausschlaggebend dafür soll aber nicht mangelnder Erfolg sein. Stattdessen betont eFonds, dass die Unternehmensstrukturen von eFonds gestrafft und damit effizienter gemacht werden sollen.Die Vertriebspartner in Österreich sollen in Zukunft von dem neuen Unternehmenssitz in München, der im Mai bezogen wird, betreut werden. In Österreich sind "Vertriebsbetreuer vor Ort" geplant. Über Details dazu schweigt sich eFonds noch aus.
Bei eFonds24 Austria hat es in den vergangenen Monaten mehrere Umwälzungen gegeben. Nachdem es bereits Gerüchte um den Rückzug von eFonds aus Österreich gegeben hatte, wurde im August vergangenen Jahres bekannt, dass MPC Capital die österreichische Vertriebsgesellschaft rückwirkend zum 1. Januar 2007 übernommen hat. Im Spätsommer war eFonds in Österreich noch expansiv eingestellt und nach außen hin frohen Mutes. Die Geschäftsführung wurde Anfang September unter anderem mit Matthias Kogler, zuvor Kurzzeit-Geschäftsführer bei Lloyd Fonds Austria, erweitert. Doch bereits im Herbst hat MPC Capital efonds24 Austria wieder abgestoßen und an die eFonds Group zurückverkauft.
Wie in branchennahen Kreisen zu erfahren ist, war das Jahr 2007 für eFonds 24 Austria nicht von Erfolg gekrönt. eFonds selbst sieht sich als Markt- und Qualitätsführer im Poolvertrieb für geschlossene Fonds. (ae/01.04.08)
Neuer Platzierungsrekord in Österreich
Das Jahr 2007 war für die Anbieter von geschlossenen Fonds in Österreich durchaus erfolgreich. Gemeinsam haben sie bei den Anlegern rund 358 Millionen Euro Eigenkapital eingesammelt. Damit ist das Platzierungsvolumen gegenüber dem Jahr 2006 um 14,1 Prozent gestiegen. Anleger konnten sich im vergangenen Jahr zwischen etwa 70 Fonds von 13 Initiatoren entscheiden. Private-Equity-Fonds, Schiffsbeteiligungen und Immobilienfonds waren besonders gefragt. Das sind die ersten Ergebnisse einer für den österreichischen Markt erstmals durchgeführten repräsentativen Markterhebung durch blauwinder KOMMUNIKATE. Die Marktstudie wird im neuen Handbuch „Geschlossene Fonds in Österreich 2007/2008“ - kurz: geföX Band 1 - Anfang April 2008 veröffentlicht.Anfang Februar hat blauwinder KOMMUNIKATE insgesamt 19 Fondsanbieter zur Teilnahme an der Markterhebung eingeladen. Die Resonanz der Emissionshäuser war insgesamt positiv. Nur einige wenige Firmen haben beharrlich auf die Teilnahme an der Umfrage verzichtet. Das tut allerdings der Aussagekraft der Marktstudie keinen Abbruch. Denn von den 15 Initiatoren, die das Transparenzbestreben mit ihrer Umfrageteilnahme unterstützt haben, befanden sich zehn im Jahr 2007 in der Produktplatzierung. Für drei weitere Emittenten, die Produkte angeboten haben, wurde der Eigenkapitalumsatz von der Redaktion geschätzt. (ae/04.03.08)
VGF will Journalisten an Ratingkodex binden
Der VGF Verband Geschlossene Fonds mit Sitz in Berlin hat Mitte Dezember 2007 seine "Grundsätze zur ordnungsgemäßen Bewertung von geschlossenen Fonds und deren Anbieter" (Ratingkodex) veröffentlicht. Die Richtlinien sollen für Analysten und Journalisten gleichermaßen gelten. Der VGF versucht vorzuschreiben, wie die Branche, die er vertritt und von der er finanziert wird, "ordnungsgemäß" zu beurteilen ist. Dass Journalisten aber nicht mit Analysten zu vergleichen sind, lässt den VGF scheinbar kalt.Im Vorfeld hat der VGF nach eigenen Angaben zahlreiche Gespräche mit Analystenhäusern und Analysten geführt. Dementsprechend sind die Reaktionen von Seiten der Analysten insgesamt recht positiv. Die Stellungnahmen hat der VGF auf seiner Webseite veröffentlicht - mit dabei ist auch eine kritische Reaktion. Mit wie vielen Verlagen und Journalisten der VGF im Vorfeld das Gespräch gesucht hat, ist unklar. Unabhängig davon haben etwa der Welther Verlag sowie Stefan Loipfinger und Markus Gotzi harsche Kritik an dem Ratingkodex geäußert.
Das Redaktions.Büro Berlin.Wien hat dazu ebenfalls eine Stellungnahme verfasst, die Sie hier finden. (ae/06.01.08)
iphone: T- Mobile siegt gegen Vodafone
debitel zieht Tarif zurück
Das Landgericht Hamburg hat am heutigen Dienstag die einstweilige Verfügung gegen T-Mobile in Sachen Exklusivvertrieb des Businessmobiltelefons iphone aufgehoben. Damit ist Konkurrent Vodafone, wie von vielen Branchenexperten erwartet, vor Gericht gescheitert. T-Mobile stellt den Verkauf der entsperrten Geräte ein und bietet das iphone künftig exklusiv und nur mit einem 24 Monate laufenden Vertrag an.Der Mobilfunkdienstleister debitel bedauert in seiner ersten Reaktion die Entscheidung des Gerichts. debitel hat bei der Bundesnetzagentur Anzeige gegen T-Mobile erstattet. Diese wird laut debitel noch bearbeitet. Seit 29. November 2007 bietet das Unternehmen Kunden mit entsperrten iphone-Geräten einen eigenen Tarif an, der günstiger als das Angebot von T-Mobile ist. "Unseren Tarif müssen wir nun wahrscheinlich aus dem Angebot nehmen", erklärte debitel auf Anfrage. Einen genauen Termin dafür hat debitel nicht genannt. (ae/04.12.07)
Immofonds: LBB zu Schadensersatz verurteilt
Die Landesbank Berlin (LBB) ist vom Landgericht Berlin in zwei Fällen zu Schadensersatz verurteilt worden. Das teilte RA Wolfgang Schirp am 22. November mit. Beim Fonds IBV 3 habe sich die LBB des Kapitalanlagebetrugs schuldig gemacht, weil sie im Prospekt Zahlungsrückstände der Mieterin an andere Fonds wissentlich verschwiegen habe. Im Falle des LBB-Fonds 13 werde der Bank vorsätzliche sittenwidrige Schädigung angelastet. Sie habe ein in Millionenhöhe defizitäres Zinsswap-Geschäft auf den Fonds abgewälzt.VIP-Chef zu Haftstrafe verurteilt
Der ehemalige Geschäftsführer des Medienfondsinitiators VIP, Andreas Schmid, wurde am 13.11.2007 in München wegen Steuerhinterziehung zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt. Das meldete der Branchendienst fondstelegramm am Mittwochmittag.Das Urteil ist nicht rechtskräftig, da die Verteidiger von Schmid Revision angekündigt haben. Die Causa VIP gilt als der bisher größte Steuerstrafprozess in Deutschland.
EECH in die Enge getrieben
Die selbst ernannte Finanzierungsgesellschaft für Wind- und Solarenergieprojekten EECH AG schlittert in einen ausgewachsenen Skandal. Wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrug hat die Staatsanwaltschaft Hamburg Ermittlungen gegen EECH aufgenommen. Am 10. Oktober 2007 wurden die Geschäftsräume des Unternehmens durchsucht. Die Ermittlungen konzentrieren sich vor allem auf vier EECH-Manager, allen voran auf den Vorstandsvorsitzenden Tarik Ersin Yoleri.Die Stiftung Warentest, Börse Online und diverse Fachmedien warnen Anleger seit Jahren vor Beteiligungen an den EECH-Kapitalanlagen. Auch der Fondswarndienst, Bonn, hat vor einer Beteiligung an "EECH Solar Invest II" und "Kunstfonds 01" der mit EECH verbundenen Art Estate Funds GmbH ausdrücklich gewarnt.
Am 8. Oktober 2007 hat EECH eine weitere Niederlage vor Gericht einstecken müssen. Das Landgericht Hamburg entschied in 16 Urteilen, dass EECH Anlegern von zwei Inhaberschuldverschreibungen ihre Einlage sofort rückerstatten muss. (ae/18.10.07)
